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 Inglorious Basterds (2009) 
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Beitrag Inglorious Basterds (2009)
Titel: Inglorious Basterds
Original Titel: Inglorious Basterds
Konflikt: Europa, Westfront
Schauplatz: Frankreich, Normandie
Perspektive: Partisanen

Kurze Übersicht:
Ein SS-Oberst der Jagd auf Juden macht und eine aus jüdischen Soldaten bestehende Partisanengruppe in Frankreich, die schrecken unter den Truppen verbreiten soll. Als die Gruppe in Erfahrung bringt, dass Hitler und die gesamte deutsche Führungsspitze in Paris ein Kino besuchen werden, steht für sie klar das dies die einmalige Chance ist den Krieg vorzeitig zu beenden. Mithilfe einer deutschen Schauspielerin, plant die Gruppe ein Attentat, dass sich gewaschen hat. Auch eine jüdische Frau erfährt von dem Kinobesuch und sieht ihrerseits die Chance, Rache für ihre ermordete Familie zu üben.

Meinung:
Mich reizt es persönlich meine Meinung über dieses 'Meisterwerk' zu teilen. An für sich ist der Film gar nicht mal so schlecht gemacht. Kameraführung ist gut, Schnitt und Ton auch. Die schauspielerische Leitung ist unterschiedlich. Til Schweiger und Brad Pitt zeigen mal wieder, dass man überhaupt kein Talent haben muss um in diesem Business erfolgreich zu sein. Der einzige Schauspieler, der seine Rolle glaubhaft spielt ist Christoph Waltz. Vom Rest will ich lieber gar nicht anfangen. Was den Film für mich absolut untragbar macht ist, dass während der gesamten Handlung immer wieder unverschämte Behauptungen aufgestellt werden. So sind beispielsweise ALLE Deutschen Nazis (Hier wird nicht einmal zwischen Soldaten und Zivilisten ein unterschied gemacht) und Kriegsverbrecher. Selbst bei einem fiktiven Film kann es dafür keine Entschuldigung geben
Achtung Spoiler: Dafür dass den deutschen immer wieder Kriegsverbrechen vorgeworfen werde, geht dieser Film mit solchen heiklen Angelegenheiten ausgesprochen interessant um. In einer der ersten Szenen werden drei gefangene deutsche Soldaten, die sich ergeben haben gefoltert und auf unmenschliche Weise hingerichtet (Mit einem Baseballschläger zu Tode geprügelt) und als ob das noch nicht genug wäre, wird dies von den Partisanen auch noch gefeiert. Also ist es ein Kriegsverbrechen wenn es die deutschen, hingegen Gerechtigkeit wenn es ein anderer tut?
Außerdem stellt sich mir die Frage, wie eine aus bewaffneten Männern bestehende Gruppe sich in französischen Wäldern herumtreiben kann, ohne Verdacht zu erwecken.
Das die gesamte deutsche Führungsspitze sich in einer besetzten Stadt in ein Kino setzt, dass augenscheinlich gar nicht überprüft wurde scheint auch kein Problem zu sein, da alle Deutschen dumm sind.
Und wenn Hugo Stieglitz, wie anfangs mehrere Male erwähnt, so bekannt ist, wie kann er sich dann in einen Keller voller deutscher Soldaten setzen ohne erkannt zu werden, insbesondere wenn da ein Offizier anwesend ist, der alle deutschen in Frankreich kennen will.
Das ein einziger Soldat in einem Glockenturm 250 feindliche Soldaten erschießt, ohne das diese auf die Idee kommen ihn mit einer Bazooka raus zu schießen oder Luft- oder Panzerunterstützung anzufordern, ist auch absolut logisch und sehr durchdacht.
Mehr logische Fehler will ich jetzt lieber nicht aufzählen, obwohl es noch dutzende gibt.

Mein Fazit über den Film ist, NICHT anschauen!
Mich würde ja mal interessieren was die Amis machen würde, wenn einer auf die Idee käme einen fiktiven Film über den Krieg zu drehen, bei dem man Roosevelt seinen Lolli wegnimmt.

Bewertung: (1 = Ultimativ Schlecht; 10 = Absolut Sehenswert)

Kostüme: 5
Historische Genauigkeit: 1
Realismus: 1
Unterhaltungsfaktor: 4
Persönliche Note: 1

= 2,4

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12. Okt 2013, 17:12
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Beitrag Re: Inglorious Basterds (2009)
Meiner Meinung nach muss der Film aus einer anderen Perspektive betrachtet werden. Ich denke nicht dass er den Anspruch hat in irgendeiner Weise realistisch oder historisch korrekt zu erscheinen. Ganz im Gegenteil denke ich parodisiert der Film einige in anderen, sich durchaus ernst nehmenden, 2. WK Filmen gängige Klischees in dem er diese auf die Spitze treibt (jeder Deutsche = Nazi, übertriebene Hitlerdarstellung, etc) oder sie umkehrt (Amerikaner eigentlich immer die Guten, begehen hier aber ohne Gewissensbisse ernsthafte Kriegsverbrechen). Unter diesem Gesichtspunkte finde eich es falsch dem Film die fehlende historische Authenzität entgegenzuhalten.
Ich stimme allerdings überein dass Schweiger und Pitt einiges zu Wünschen übriglassen. Zum Glück wird dies durch die hervorragende schauspielerische Leistung von Waltz überschattet.
Im Großen und Ganzen ein ordentlicher, wenn auch nicht überragender, Film von Tarantino. Sehenswert, aber definitiv kein Muss, und sollte wie erwähnt unter keinen Umständen mit Hinblick auf historische Korrektheit angesehen werden.


13. Okt 2013, 06:02
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Beitrag Re: Inglorious Basterds (2009)
Ja, theoretisch stimmt das schon. Ich nehm das ganze nur ernst weil es zum einen als Kriegsfilm läuft und zum andern gabs bei einer Umfrage 1 1/2 Jahre später relativ viele Amerikaner die der Meinung waren Hitler wäre in einem Kino ums Leben gekommen...

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13. Okt 2013, 16:34
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Beitrag Re: Inglorious Basterds (2009)
Naja die Amis geben auch lieber Geld aus um Krieg zu führen, äh ich meine Demokratie zu bringen, als das es bei denen für die normalen Leute anständige Schulbildung gibt.

Ich habe den Film bewusst nicht angesehen und dabei bleibe ich. Denn der würde mich nur provozieren. Dafür ist mir dann meine Zeit zu Schade.


13. Okt 2013, 16:53
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Beitrag Re: Inglorious Basterds (2009)
Sargnagel hat geschrieben:
Ja, theoretisch stimmt das schon. Ich nehm das ganze nur ernst weil es zum einen als Kriegsfilm läuft und zum andern gabs bei einer Umfrage 1 1/2 Jahre später relativ viele Amerikaner die der Meinung waren Hitler wäre in einem Kino ums Leben gekommen...

Klar jeder der den Film für bare Münze nimmt ist ein Trottel. Aber das ändert ja nichts an der Qualität des Films. Nur weil jemand zB. Kellys Heroes ernst nimmt heisst das ja auch nicht dass der Film als historisches Material gewertet werden muss oder wegen fehlender Authenzität schlecht wäre.


13. Okt 2013, 17:08
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Beitrag Re: Inglorious Basterds (2009)
Wer sieht denn die eventuell gewollte Satiere? Ich denke 99% nicht. Bei so einem heiklen Thema ist das schon schwer darzustellen. Ich sehe das auch aus der Sicht von Tobi. Die Bedienung plumper Klischees, letztendlich zum Schaden von uns und diese merkwürdige Moral nach dem Motto: der Zweck heiligt die Mittel, finde ich zum k...
Aber das kennen wir ja aus zahlreichen Filmen.
Allein wegen Mr. Waltz werde ich mir den Film nochmal anschauen. Der Knabe ist halt echt ne Marke.
(Wobei man sich fragen muss, was deutsche (-sprachige) Schausspieler dazu bringt in solchen Filmen mit zu wirken...)


14. Okt 2013, 10:26
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Beitrag Re: Inglorious Basterds (2009)
Grobgitz hat geschrieben:
(Wobei man sich fragen muss, was deutsche (-sprachige) Schausspieler dazu bringt in solchen Filmen mit zu wirken...)


Uhm das Geld, oder den einfachen Hollywood Einstieg??? ;)


14. Okt 2013, 18:32
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Beitrag Re: Inglorious Basterds (2009)
Grobgitz hat geschrieben:
(Wobei man sich fragen muss, was deutsche (-sprachige) Schausspieler dazu bringt in solchen Filmen mit zu wirken...)


Vielleicht die Tatsache, dass es von Anfang an klar wird, dass hier vollkommen übertrieben wird!? Ich meine: Das ist ein Tarantino! Hat da einer ernsthaft nen realistischen, tiefgründigen Kriegsfilm erwartet?

Und ein weiterer Grund ist wohl, dass man auch als Deutscher mal endlich drüber weg kommen sollte, was im WW II war. Da waren wir eben die Bösen. So what!? Man sollte da nicht so empfindlich sein, wenn in solchen Filmen die Deutschen der Arsch voll Kriegen. Das ist nichtmal 70 Jahre her, also ist das halt so...

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17. Okt 2013, 21:12
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Beitrag Re: Inglorious Basterds (2009)
Wir waren nicht nur die Bösen. Es ist das Bild, was über die Deutschen entsteht.Dies wird auf iinternationaler Ebene politisch gegen uns verwendet. Und nicht nur dort. Es sollte mehr Produktionen geben, die einer sachlichen Aufarbeitung dienen. Die Welt kann nicht im Multi-kulti-Globalismus zusammen rücken und die Deutschen immer noch als Nazis sehen. Wir sind nur Freunde wenn es um Geld geht.


17. Okt 2013, 21:39
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Beitrag Re: Inglorious Basterds (2009)
DerBRANDmarker hat geschrieben:
Da waren wir eben die Bösen.


Hm... Nein. Zunächst mal waren "wir" nicht die Bösen. Das ist so eine Verallgemeinerung die ich nicht ab kann. Mit "wir" meinst du nämlich alle Deutschen, auch die Linken, Schwulen, Deutschstämmige Juden und Alle anderen die unter dem NS Regime gelitten haben. Weiterhin sind mit "wir" auch diejenigen gemeint, die lediglich Befehle ausgeführt haben. Man könnte jetzt eine Mitläufer-Debatte anzetteln, aber ums kurz zu halten: Wer sich geweigert hat Kriegsdienst zu leisten wurde verknackt und eventuell hingerichtet und wer Befehle missachtet hat gleich sowieso. Demenstsprechend kann man da nicht von "wir" reden.

Ich will nicht sagen das Deutschland nichts verbrochen hat, ganz im Gegenteil, aber wenn man es mal nüchtern betrachtet ist dieses "Wir waren die Bösen" eine Opferrolle, in die wir immer wieder von anderen und uns selbst gezwängt werden. Deutschland hat den krieg nicht alleine Angefangen, da war noch so ein Stalin, der auch ein Problem mit Polen hatte. Sind die die Bösen? Oder die Italiener? Die Rumänen? Ugarn? Finnen?
Die alle haben sich prächtig mit den Nazis verstanden und die meisten haben ordentlich mitgemacht, wenns um die Verfolgung ihrer "Staatsfeinde" ging. Sind die deswegen heute die Bösen?

Ich denke das schlimmste ist, dass wir heute alles glauben was uns eingetrichtert wird und es wird nicht besser, solange man brav nickt und nichts hinterfragt!

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17. Okt 2013, 22:24
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